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Berggemeinschaft Landgrafen e.V. Jena
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Impressum © 2007 „ Berggemeinschaft Landgrafen “ e.V. Jena

Die Berggemeinschaft Landgrafen e.V.

 

Aus der Ansprache des Vorsitzenden Jochen Ternette

zum 50. Gründungsjubiläum

der Berggemeinschaft Landgrafen e.V.

am 02. Juni 2018 

1.        Zur Vereinsgeschichte und Mitglieder-Entwicklung

 

               Die Berggemeinschaft Landgrafen wurde am 24. Mai 1968 im alten Landgrafenhaus gegründet. Anlass dafür war die Tatsache, dass sich der 1858 gegründete „Verschönerungsverein zu Jena“ unter dem Druck der neuen politischen Verhältnisse im Jahre 1952 auflösen musste – solche bürgerlichen Vereine, zumal mit Grundbesitz, waren in den ersten Jahren der DDR einfach nicht gewollt. Der Verschönerungsverein hatte seine Bemühungen um die Erschließung und Verschönerung der Natur um Jena gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts unter der Leitung von Oberstaatsanwalt Horst Lommer in besonderer Weise auf das Gebiet des Landgrafenbergs und seine Umgebung konzentriert – er hatte von den Schillbachschen Erben die öden Grundstücke auf dem Landgrafen gekauft, die Zugänge zum Landgrafen und weitere Wege verbessert, auf dem Plateau 1893 das Landgrafenhaus errichtet, Aussichtsplätze mit Bänken geschaffen, Baum- und Strauchpflanzungen vorgenommen und einen Spielplatz „für Erwachsene und Kinder“ mit einem umlaufenden Spazierweg zwischen einer Doppelreihe von Bäumen angelegt. Wer mehr über die Tätigkeit des Verschönerungsvereins wissen möchte, kann in unserer Internetseite eine ausführlichere Darstellung finden. Während des 2. Weltkriegs und in den Jahren nach der Auflösung des Verschönerungsvereins verwilderten diese Anlagen, und der Berg verlor deutlich an Attraktivität für die Bewohner der anliegenden Viertel und der Stadt.

               Das war der Anlass dafür, dass unser Gründungsvorsitzender Dr. Helmut Späte, Englisch-Lektor an der Jenaer Universität, und der damals 88-jährige Hermann Paris, beide Anwohner in den zwei Teilen der Schillbachstraße unterhalb des Landgrafen, unter Nachbarn, Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen für die Gründung einer Anwohnergemeinschaft warben, deren Ziel es sein sollte, den Landgrafen als Naherholungs- und Ausflugsziel wieder attraktiv zu machen. Zur Gründungsversammlung am 24. Mai 1968 schrieben sich ca. 60 Anwesende von 112 geworbenen Mitgliedern in die erste Mitgliederliste ein, Dr. Späte wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt und Hermann Paris zum Ehrenvorsitzenden ernannt; eine Gruppe von zunächst 5 besonders aktiven Mitgliedern fand sich zu einem Leitungsteam zusammen, das später angesichts des breiten Aufgabenspektrums auf 10 bis 12 erweitert wurde, und die ersten Aufgaben wurden besprochen und umgehend in Angriff genommen. Im Ergebnis unermüdlicher Werbetätigkeit und der ersten erfolgreichen praktischen Arbeiten wuchs die Berggemeinschaft bis Ende 1968 auf 126 Mitglieder an, Mitte bis Ende der 80-er Jahre waren es dann über 200 Mitglieder. Kurze Zeit nach ihrer Gründung wurde die Berggemeinschaft Landgrafen wie bereits die anderen Jenaer Berggesellschaften dem Kulturbund der DDR eingegliedert und war in diesem Rahmen bis zur Wende unter der Bezeichnung „Freundeskreis Landgrafen“ tätig. Dr. Helmut Späte leitete den Freundeskreis als Vorsitzender von der Gründung 1968 bis 1975, ihm folgte in dieser Funktion Rainer Hartdung von 1975 bis 1983, Jürgen Kruse leitete den Vorstand von 1983 bis 1986, Dr. Ernst Bormann folgte ihm als Vorsitzender von 1986 bis 1991, seit 1996 ist Jochen Ternette Vereinsvorsitzender und Rainer Hartdung sein 1. Stellvertreter.

               In die Amtszeit von Dr. Bormann fiel die politische Wende; es war absehbar, dass der Kulturbund seine Rolle verlieren und voraussichtlich aufgelöst werden würde. Auf Vorschlag unseres Vorsitzenden beschlossen wir deshalb, uns als Verein wieder selbständig zu machen. Wir führten am 22. Mai 1990 eine umgestaltende Gründungsversammlung durch, und im Ergebnis einer Mitgliederbefragung folgten ca. 120 Mitglieder diesem beschlossenen Schritt in die Selbständigkeit des Vereins. Wir stellten den entsprechenden Antrag an das Amtsgericht Jena, wurden am 26. August 1990 unter Nr. 37 in das Vereinsregister eingetragen und damit rechtsfähig. Am 05. November 1990 erfolgte die Anerkennung der Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt Jena. Infolge der unsicheren Lebensverhältnisse in den ersten Nachwendejahren verloren wir Mitglieder durch Arbeitsstellen- und Wohnortwechsel, gegen Ende der 90-er Jahre stabilisierte sich die Mitgliederzahl zwischen 90 und 100.

                Der zunehmende Alterungsprozess hat inzwischen auch vor uns nicht Halt gemacht – zum heutigen Zeitpunkt hat unsere Berggemeinschaft Landgrafen 75 Mitglieder, und die Altersstruktur gibt Anlass zur Sorge, es fehlt an Nachwuchs. Die jungen Bewohner unseres Viertels haben oft keine langfristigen Arbeitsverträge und in der Folge oft auch instabile Wohnverhältnisse, sie sind am Arbeitsplatz stärker belastet als früher, sie engagieren sich in Kindergärten und Schulen sowie in gesellschaftspolitischen Strukturen und haben für die wenige verbleibende Freizeit eine so große Vielfalt an Angeboten, dass sie sich nur selten für die Mitgliedschaft in einem Verein unseres Profils entschließen.

Wenn sich also jemand entscheiden möchte, Mitglied unserer Berggemeinschaft Landgrafen zu werden, ganz gleich, ob er eine ganz aktive oder eher eine passive Rolle spielen will oder kann, dann ist er herzlich in unserer Gemeinschaft willkommen – Aufnahmeanträge liegen bereit und sind auch auf unserer Internetseite zu finden, ebenso unsere gültige Satzung.

 

2.       Schwerpunkte der Tätigkeit des Vereins

 

Nach diesem Rückblick auf die Mitgliederentwicklung nun im Folgenden einige Ausführungen zu unserer gemeinnützigen Tätigkeit auf dem Landgrafenberg.

               Die Paragraphen 1 und 2 des Vereins-Statuts nennen die wesentlichen Ziele und Aufgaben des Vereins: "Zweck des Vereins ist die Förderung von Naturverbundenheit sowie die Verbreitung humanistischen Gedankengutes. Der Verein macht es sich zur Aufgabe, an der Erhaltung, Verschönerung und Erschließung von Natur und Umwelt im Landgrafengebiet mitzuwirken, um diesen Bereich für die öffentliche Nutzung als Naherholungsgebiet von Jena attraktiv zu gestalten, wozu auch Kultur- und Bildungsangebote beitragen sollen. Dieser Zweck wird insbesondere erfüllt durch die Pflege der Aufgänge, Wege und Ruheplätze im Gebiet des Landgrafen und seiner näheren Umgebung, die Unterhaltung der Aussichtspunkte, des Aussichtsturmes, des Kinderspielplatzes, des Sportplatzes, der Trimm-Dich-Strecke sowie des Vereinshauses, die aktive Mitwirkung an Umweltschutz- und Ökologieprojekten, wie Anpflanzungs- und Waldpflegearbeiten, vielfältige öffentlichkeitswirksame Kultur- und Bildungsveranstaltungen."

Daraus ergeben sich 3 Schwerpunkte unserer Tätigkeit:

 

2.1.         Seit seinem Bestehen führt der Verein viele Geländearbeiten aus:

 

               Der erste Beschluss des Vereins betraf den Bau eines neuen Kinderspielplatzes an der vom Verschönerungsverein ursprünglich dafür vorgesehenen Stelle. In über 800 freiwilligen Arbeitsstunden bauten wir für den Spielplatz Klettergerüst, Kletterpilz, Wippe, Schaukel und Sandkasten, in den folgenden 2-3 Jahren kamen Kinderreck, Karussell, Kletterkugel, Rutsche, ein großes Turn-

gerät und später eine Kletterburg hinzu. Bereits am 29.06.1968 fand das erste Kinderfest mit 250 Kindern statt, es gab Spiele, einen Zauberer-Auftritt, Kutschfahrten des Fuhrunternehmers Bauchspieß und natürlich Bewirtung mit Bratwürsten. Diese jährlichen Kinderfeste wurden zur festen Tradition und finden bis heute jeweils am 1. Sonntag des Juni statt. Die Spiele gibt es noch immer, der Zauberer ist ebenfalls noch aktiv für uns; die Kutschfahrten sind inzwischen durch Pony-Reiten und eine Präsentation der Feuerwehr abgelöst, hinzugekommen sind Puppenbühne und Brieftaubenstart.

                Eine Anschubfinanzierung für den Spielplatzbau gab es bei der Vereinsgründung in Form der Zuwendung eines Startkapitals von 5.000,- Mark der DDR von der Stadt, in den folgenden Jahren bekamen wir bis zur Wende jährlich den gleichen Betrag zur Unterstützung unserer Arbeit von der Universität auf der Basis eines Patenschaftsvertrags. Seit der Wende fördert die Wilhelm-Härdrich-Stiftung unseren Verein wie auch die anderen Jenaer Berggesellschaften mit einer jährlichen Geldzuwendung und bei besonderen Anlässen auch mit Sondermitteln.

               Zurück zum Spielplatz:

Hilfe bei der Pflege der Spielgeräte bekamen wir in den ersten Jahrzehnten durch die Mitarbeiter des Instituts für Fremdsprachen und Schulklassen im Rahmen entsprechender Freundschaftsverträge. Nach der Wende waren unsere z.T. selbst gebauten Spielgeräte plötzlich nicht mehr TÜV-gerecht und mussten von uns abgebaut werden; 1995 konnten wir dann mit Hilfe einer großzügigen Spende von Herrn Prof. Zintl die Spielplatzanlage und -ausstattung vollständig erneuern. 

Im Laufe des Jahres 2015 ist nach langen Verhandlungen mit dem Dezernat Familie und Soziales letztlich dank des Drängens von KSJ und der Stadtforstverwaltung unser bis dahin vereinseigener Kinderspielplatz endlich in den städtischen Spielplatz-Netzplan aufgenommen worden, so dass die inzwischen sehr kostenträchtigen Reparaturen und Erneuerungen von Spielgeräten und Fallschutz seitdem aus dem städtischen Spielplatz-Kontingent finanziert und von KSJ realisiert werden.

                Das nächste Projekt nach der Vereinsgründung war die Ertüchtigung der beiden Aufgänge zum Landgrafen – Landgrafenstieg und Timlerweg. 1968 und 1969 setzten wir mit Unterstützung durch Lehrausbilder und Lehrlinge vom BMK Erfurt ca. 180 Betonstufen an den Steilstellen der Wege und bauten anschließend Geländer an beiden Aufgängen. Im November 1968 erreichten wir die Installation einer durchgängigen Beleuchtung auf dem Landgrafenstieg, 1971 auch auf dem Timlerweg. Die Löcher für die Lampenmasten gruben wir selbst in den felsigen Grund, die elektrische Installation übernahm der Netzbetrieb des Energieversorgungswerks. Im Anschluss an den Ausbau des neuen Landgrafenhauses durch Herrn Michel 2005 bis 2006 konnten wir gemeinsam auch die notwendige Erneuerung dieser Beleuchtungsanlage auf dem Landgrafenstieg erreichen, für den der Bereich Kommunale Immobilien sorgte. Die Beleuchtung des Timlerwegs wurde leider eingestellt, eine Erneuerung ist aus Kostengründen nicht in Sicht.

                2 Jahre nach dem Spielplatz bauten wir daneben mit Unterstützung durch den VEB Schott und Schüler der POS Erich Weinert eine Kleinsportanlage mit Volleyball-Spielfeld, einer 50 m Laufbahn und einer Hoch- und Weitsprunganlage. Das erste Sportfest fand 1971 statt, es folgten zunächst wöchentliche Übungsstunden und Sportspiele unter Leitung des Sportlehrers Ralf Barth und später jährliche Sportfeste, solange unsere eigenen und die Kinder aus dem Wohngebiet daran Freude hatten. Um Sportveranstaltungen auch in den Abendstunden zu ermöglichen, bauten wir später noch am Rande der Anlage 2 Beleuchtungsmasten auf.

               Ab Frühjahr 1969 führten wir Rodungsarbeiten auf der Skiwiese am Nordhang des Landgrafen durch, wo heute der von KSJ sehr schön hergerichtete dritte Aufgang zum Landgrafen in Verlängerung des Dornbluthwegs liegt. Wir bauten mit materieller Hilfe durch die Universität, den Netzbetrieb der Energieversorgung und die Jenaer Segelflieger einen Schlepplift für die Skibegeisterten und eine kleine Sprungschanze. Im Februar 1970 fand die Einweihung der Anlage statt, die viele Jahre genutzt wurde, bis neue Sicherheitsvorschriften das nicht mehr erlaubten.

                Unser Mitglied Rudolf Klupsch, Ingenieur und zeitlebens ein aktiver Sportler, gab aus seiner Erfahrung um den Wert des Sports für die Gesunderhaltung die Anregung, im Rahmen der Kampagne „Mach mit – bleib fit“ eine Trimm-Dich-Strecke anzulegen. Er lieferte die Entwürfe für den Bau der Geräte und die Anleitungsschilder, und in ca. 450 Arbeitsstunden und mit Unterstützung durch Studenten und Schüler der Winzer-Schule errichteten wir unter Anleitung von Rudolf Klupsch und Ralf Barth die erste Wander- und Sport-Strecke von 3,5 km Länge vom Beginn des Landgrafenstiegs bis zu den Sonnenbergen mit 25 Übungsstationen und vielen Geräten. Diese erste Trimm-Dich-Strecke war sehr beliebt, sie wurde intensiv genutzt, bis wir auch hier mit der Wende und den neuen Sicherheitsvorschriften und Normen die Order erhielten, die nun nicht mehr zugelassenen Geräte abzubauen.

Wir konnten uns damit nicht abfinden und suchten nach Ersatzmöglichkeiten. Auf einer Urlaubsreise in Südtirol sah unser Bergfreund Hartdung im Pustertal eine tolle Trimm-Dich-Anlage von der Fa. Pircher aus Toblach, die aus imprägnierten Holzgeräten bestand und daher sehr gut in unsere Landschaft passte. Nach längeren Verhandlungen bekamen wir 1997 von der Wilhelm-Härdrich-Stiftung die erforderlichen Finanzmittel zum Kauf und Antransport, und die ÜAG half uns beim Aufbau. Unsere neue TDS, die jetzt auf dem Landgrafen konzentriert wurde, bestand nun aus 18 Einzelstationen mit den entsprechenden Fallschutzflächen, darunter waren 12 Stationen mit den hölzernen Übungsgeräten ausgestattet; hinzu kam eine 400 m Laufstrecke als Rundkurs um das Landgrafen-Plateau.

Obwohl wir die Geräte nach und nach mit verzinkten Metallschuhen versahen und den Fallschutz alle 2 Jahre erneuerten, waren die Holzgeräte nach fast 20 Jahren intensiver Nutzung so stark verwittert, dass sie trotz zwischenzeitlicher Reparaturen nicht mehr den heutigen Sicherheitsanforderungen entsprachen; infolge dessen wurden seit 2015 durch den für die städtischen Flächen zuständigen KSJ/Bereich Verkehrssicherung immer mehr Geräte gesperrt und mit Bauzäunen abgeschlossen. Wir mussten das mit blutendem Herzen hinnehmen und sahen uns genötigt, mit einem Presseartikel die vielen verunsicherten Nutzer über die Ursachen aufzuklären. In vielen Gesprächen mit KSJ, der Stadtforst-verwaltung und der Stadtverwaltung/Dezernat Familie, Bildung und Soziales konnte schließlich erreicht werden, dass auf Grund der intensiven öffentlichen Nutzung unserer Trimm-Dich-Strecke (eine Facebook-Umfrage des Bereichs Sportförderung ergab weit über zehntausend positive Reaktionen!) ein Neubau der Strecke in den Sportentwicklungsplan der Stadt aufgenommen wurde und damit unser gemeinnütziges Vereinsprojekt im Rahmen der Kooperations-vereinbarung zwischen den Jenaer Berggesellschaften und dem Jenaer Oberbürgermeister von der Stadt logistisch unterstützt und finanziell gefördert wurde.

KSJ als der für die inhaltliche Umsetzung dieser Kooperationsvereinbarung beauftragte Partner hatte auf Grund seiner Sachkompetenz die fachliche und logistische Führung bei der Realisierung des Projekts übernommen; der Bereich Sportförderung den Teil seiner fachlichen Verantwortung mit KSJ abgestimmt, so dass der Zusammenarbeit mit dem Verein und den Sponsoren ein abgestimmtes Grundkonzept und abgestimmte Maßnahmen zu Grunde lagen.

               Insbesondere hat die Stadt durch KSJ die Berggesellschaft unterstützt bei der Auswahl geeigneter neuer Trimm-Dich-Geräte nach Sichtung entsprechender Angebote, der Festlegung der Standorte der künftigen Trimm-Dich-Stationen in Anlehnung an den bisherigen Standortplan der alten Trimm-Dich-Strecke, der Leistungsausschreibung für die neuen Geräte, der Auswahl der Hersteller und dem Ankauf der Geräte, der Leistungsausschreibung für den Abbau nicht mehr verwendbarer alter Trimm-Dich-Stationen und den Aufbau der neuen Stationen, der Auswahl der geeigneten Firma und der Beauftragung mit den Abbau- und Aufbauarbeiten, der fachlichen Kontrolle bei der Ausführung der Arbeiten und der gesamten Vorfinanzierung des Projekts. Auf Grund des großen öffentlichen Interesses am Erhalt bzw. dem Neubau der Trimm-Dich-Strecke förderte die Stadt Jena das Projekt mit erheblichen finanziellen Mitteln aus dem Sportförderprogramm des Dezernats Familie, Bildung und Soziales / Bereich Sportförderung; etwa die Hälfte der erforderlichen Finanzmittel  erbrachte unsere Berggemeinschaft durch Einwerbung von Spenden vor allem bei der Sparkasse und der Sparkassenstiftung sowie verschiedenen Jenaer Firmen und Personen, aber auch aus dem eigenen Haushalt. Im November 2016 konnten wir die neue Trimm-Dich-Strecke einweihen und zur öffentlichen Nutzung freigeben; Ende 2017 konnte auch die Refinanzierung im Gesamtumfang von rund 42.000,- € erfolgreich abgeschlossen werden.

               Zu unserer Geländearbeit gehört auch noch die Aufstellung und Wartung von Ruhebänken an den Aufgängen zum Landgrafen, am Spielplatz und an den Aussichtspunkten. Im Laufe der Jahre haben wir immer wieder neue Bankspender geworben, bis es schließlich fast 60 Bänke waren, bei deren Reparaturen und Wartungsarbeiten wir seit Jahren durch KSJ und ÜAG überaus wertvolle praktische Unterstützung haben.

               Und natürlich geht es bei unseren turnusmäßigen Arbeitseinsätzen auch immer wieder um das Einsammeln von Müll und die Beräumung von Laub, Fallholz und Steinen auf allen unseren Anlagen, den Stufenaufgängen und Wanderwegen, an Aussichtspunkten und Ruhebänken. In den letzten Jahren werden wir dabei durch 1-2 Schüler der Jenaplan-Schule unterstützt, die in dem Schulprojekt „Verantwortung“ solche Arbeiten selbständig ausführen, was uns sehr entlastet.

 

2.2.          Ein zweiter Schwerpunkt unserer Tätigkeit waren vor allem in den ersten Jahren mehrere große Bauprojekte, die wir initiiert, miterrichtet und betreut haben:

 

                Bereits 1969 wurde vom Verein der Ausbau der Gaststätte "Landgrafenhaus" und eines dazugehörigen Wohngebäudes für den Wirt angeregt und in den Jahren 1970-1971 mit hohem Anteil von Eigenleistungen unserer Mitglieder bei der Projektierung, Baugrunduntersuchung, baubetrieblichen Organisation und Bauausführung realisiert; am 20.07.1971 wurde das neue Landgrafenhaus mit Gaststätte, Wohngebäude, Büroräumen und einem Gesellschaftszimmer für den Verein eröffnet und vom HO-Gaststättenbetrieb bis 1990 betrieben. Nach der Wende wurde das Landgrafenhaus Eigentum des Bundesvermögensamtes, da das Grundstück nach der Auflösung des Verschönerungsvereins erst in städtisches Eigentum überführt und dann in Eigentum des Volkes umgeschrieben worden war. Seit April 1992 war das Landgrafenhaus geschlossen und verfiel zunehmend, mehrere Investitionsvorrang-Verfahren kamen nicht zustande. Im Frühjahr 2005 wurde das Landgrafenhaus schließlich von dem Jenaer Investor Klauspeter Michel erworben, der den alten Baukern vom Ende des 19. Jahrhunderts sorgfältig restaurierte, durch einen modernen Glasbau und eine schöne Terrasse ergänzte und die Gaststätte anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Schlacht bei Jena und Auerstedt am 14. Oktober 2006 neu eröffnete, anfangs mit Erfolg selbst betrieb und seit einigen Jahren an den Betreiber Herrn Reichel verpachtet hat. Inzwischen pflegen wir mit beiden gute nachbarschaftliche Beziehungen.

                Bei der Errichtung des Fernsehumsetzer-Turmes auf dem Landgrafen durch die Deutsche Post im Jahre 1971 regte der Verein die Einkleidung der ursprünglichen Gittermast-Konstruktion und den Einbau einer Aussichtsplattform an und übernahm bis zur Vermietung des Turms durch die Stadt an die Telekom 1991 die Wartung des Treppenaufgangs und der Aussichtsplattform einschließlich der Betreuung von regelmäßigen Öffnungszeiten. Im Erdgeschossbereich des Turmes baute der Verein mit hohem Anteil von Eigenleistungen der Mitglieder einen Werkstattraum aus und konnte dort Arbeits- und Transportgeräte, Material, Werkzeug, eine Werkbank u.a.m. zur Absicherung aller Arbeitseinsätze im Gelände unterbringen. Nach der Vermietung des Turmes durch die Stadt an die Telekom mussten wir diesen Werkstattraum gezwungenermaßen räumen und erhielten erst nach einer Schadensersatz-Klage wegen verlorengeganger Werkzeuge und Materialien und nach längeren Verhandlungen mit Telekom und der Baufirma als Ersatz einen hölzernen Geräteschuppen zur Unterbringung von Material und Arbeitsgeräten auf unserem Vereinsgelände. Auf Initiative des Vereins wurde schließlich der große Aussichtsturm wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht; nach Ausführung verschiedener erforderlicher Umbauten im Eingangsbereich, im Treppenaufgang und in der Aussichtsplattform durch den Eigentümer (damals Liegenschaftsamt der Stadt Jena, heute KIJ) betreut der Verein seit 2002 auf vertraglicher Basis wieder regelmäßige Öffnungszeiten an allen Wochenenden und Feiertagen inclusive Wartung und Reinigung des Turms und seines Umfelds. Unser Türmer übt sein Amt nun schon seit vielen Jahren mit größter Gewissenhaftigkeit aus.

               In den Jahren 1975-1978 errichtete der Verein in Eigenleistung und mit Hilfe von Zuwendungen und Spenden das heutige Vereinshaus als Sozialgebäude mit Umkleideraum, Wasch- und Duschraum, Toiletten, Technikraum, Klubraum und Kleinsauna. Die Baugenehmigung erfolgte durch die damalige Staatliche Bauaufsicht der DDR, die Fertigstellung des Rohbaus war 1976. Die veranschlagte Bausumme von ca. 45.000,- Mark der DDR erhöhte sich im Laufe des Endausbaus bis 1978 auf ca. 92.500,- Mark der DDR. Diese finanziellen Mittel kamen aus Zuwendungen und Spenden von Betrieben und der Kommune sowie aus Beiträgen und Spenden der Vereinsmitglieder; alle wesentlichen Arbeiten wurden mit einem Aufwand von ca. 4.500 Arbeitsstunden durch Mitglieder des Vereins ausgeführt. Das Vereinshaus dient seitdem als Stützpunkt für alle geländepflegerischen Arbeiten im Landgrafengebiet und war seit der Schließung der Gaststätte "Landgrafenhaus" 1991 auch die einzige Möglichkeit zur Durchführung aller internen wie auch der öffentlichkeitswirksamen Vereinsveranstaltungen - es ist damit die Existenzgrundlage des Vereins. In den Jahren 1991-1994 wurde es deshalb ein erstes Mal grundhaft saniert und modernisiert, wobei die Finanzierung aus Mitgliedsbeiträgen sowie verschiedenen Zuwendungen und Spenden erfolgte und alle wesentlichen Arbeiten wiederum von Vereinsmitgliedern in unentgeltlicher Eigenleistung ausgeführt wurden: Es erfolgten die Separierung der Wasserversorgung, der Einbau einer unabhängigen modernen und umweltfreundlichen Flüssiggas-Heizung, die malermäßige Instandsetzung, eine erste Modernisierung der Sanitäranlagen (Oktober bis Dezember 1991), die grundhafte Sanierung des Daches durch Isolierung und Neudeckung (Juni 1992) und die Rekonstruktion der Wasserversorgung durch Verlegung eines neuen Wasserleitungsteils mit eigenem Anschluss außerhalb des Gaststättengebäudes (November 1994). Die Gesamtkosten betrugen ca. 28.000,- DM und wurden aus Mitgliedsbeiträgen sowie verschiedenen Zuwendungen und Spenden finanziert; alle wesentlichen Arbeiten wurden wiederum von Vereinsmitgliedern ausgeführt.

               Auf Grund der schon erwähnten Umschreibung des gesamten Grundbesitzes des Verschönerungsvereins in Eigentum des Volkes waren auch wir mit der politischen Wende plötzlich enteignet. Erst nach langen rechtlichen Auseinandersetzungen mit den Dienststellen für offene Vermögensfragen und der mit hilfreicher Unterstützung durch unser Ehrenmitglied Dr. Lothar Späth letztendlich erreichten Zustimmung aller zuständigen Behörden von der Stadt bis zum Landesverwaltungsamt konnte der Verein am 24. Mai 1995 das Vereinshaus mit dem dazugehörigen Grundstück für einen symbolischen Kaufpreis von 1 DM zurückerwerben.

               In den Jahren nach 2000 wurde ein festes Vordach am Vereinshaus angebaut, der Duschraum wurde modernisiert, und auf Grund der Beteiligung des Vereins am Bau einer neuen Wasserleitung zum Landgrafenhaus im Jahre 2005 wurde mit dem Eigentümer des Landgrafenhauses die stabile Wasserversorgung und Abwasserentsorgung des Vereinshauses vereinbart. 2007 ergab sich aus abwasserrechtlichen Gründen die Notwendigkeit des Baues einer eigenen vollbiologischen Kläranlage für unser Vereinshaus. Mit großzügiger finanzieller Unterstützung durch die Wilhelm-Härdrich-Stiftung, einer Lottomittel-Zuwendung vom Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit sowie aus Spendenmitteln unserer Mitglieder konnten wir im Frühjahr 2008 dieses Projekt realisieren. Die Anlage funktioniert bis heute sehr gut; umfangreiche nachbereitende Erdarbeiten zur Rekultivierung und Neugestaltung des Vereinsgeländes haben uns noch bis 2009 beschäftigt. 2009 konnten wir den Stahlcontainer neben dem Turm ankaufen und bis 2011 zur Aufbewahrung von Arbeitsgeräten für die Geländearbeiten umrüsten. 2011 und 2012 haben wir im Vereinshaus den Technikraum und den Material-Lagerraum sowie anschließend auch den Heizungsraum zu getrennten Funktionsräumen umgebaut und baulich saniert, und schließlich in einem großen Kraftakt mit über 800 Arbeitsstunden von 20 Mitgliedern das Sanierungsprojekt eines grundhaften Umbaus des gesamten Sanitärbereichs (Eingangsbereich, Toiletten, Garderobenraum, Duschraum) bewältigt. 2013 schafften wir uns eine neue Öko-Brennwert-Heiztherme und statt des bisher gemieteten einen eigenen Flüssiggas-Tank an, 2014 bis 2015 wurde eine Außendrainage an der Westseite des Vereinshauses verlegt und das Gelände anschließend wieder rekultiviert. Ein großes Projekt zur Ausstattungsverbesserung unseres Vereinshauses war im Jahre 2017 der Neubau unserer fast 40 Jahre alten Sauna-Einrichtung. Einige unserer Saunafreunde haben an einem Wochenende im Herbst die alte, verbrauchte Holzeinrichtung und -verkleidung demontiert und entsorgt, und die Tischlerei-Firma Gebrüder Tümmler hat innerhalb von 3 Arbeitstagen eine wunderbare neue Sauna-Einrichtung eingebaut, so dass keine Nutzungsunterbrechung erforderlich wurde. Wir konnten das Projekt aus unseren Eigenmitteln mit rund 4.500,- € finanzieren und freuen uns über die gelungene Aktion und das wirklich schöne Ergebnis, das übrigens ganz erheblich zur Unterstützung des Vereinslebens beiträgt. Das nächste Projekt ist in diesem Jahr eine notwendige Dach-Sanierung.

               So haben wir in den vergangenen 25 Jahren kontinuierlich und mit großem Arbeits- und Finanzaufwand die Werterhaltung und Verbesserung unseres Vereinshauses betrieben, denn nach wie vor ist dieses Objekt die entscheidende Existenz- und Arbeitsgrundlage für unsere Berggesellschaft und ihre gemeinnützige Tätigkeit auf dem Landgrafen.

 

 

2.3.          Das dritte große Tätigkeitsfeld des Vereins seit seinem Bestehen ist ein regelmäßiges vielseitiges Veranstaltungsprogramm.

 

               Entsprechend dem eingangs erwähnten Teilzweck des Vereins, durch Kultur- und Bildungsangebote zur Verbreitung humanistischen Gedankenguts beizutragen, umfasst unser Veranstaltungsprogramm seit Anbeginn verschiedene traditionelle Schwerpunkte, wie z.B. Vorträge und Diskussionen über naturwissenschaftliche und landeskundliche, historische, aktuelle regionalpolitische, kulturelle und andere Themen, populärwissenschaftliche Vorträge von Astronomie bis zu Medizin, interessante Lichtbildervorträge über Reise-Erlebnisse, letztens z.B. über eine Trekkingtour im Himalaya rund um den heiligen Berg Anapurna, und im Hinblick auf die zunehmende Digitalisierung unserer Lebens- und Arbeitswelt hatten wir gerade erst einen Vortrag mit Diskussion zum Problem unseres digitalen Erbes!

               Aus den früheren Sportfesten und sportlichen Übungen sind mit unserem zunehmenden Alter Ausflüge und Wanderungen mit sportlichen und kulturellen Inhalten geworden, z.B. die traditionelle Goethe-Wanderung von Weimar nach Großkochberg, die wir vor über 40 Jahren ins Leben gerufen haben und bis heute alljährlich durchführen, oder die etappenweise Abwanderung der Saale-Horizontale mit ihren verschiedenen Sehenswürdigkeiten. Darüber hinaus unterstützen wir in Zusammenarbeit mit dem Laufservice Jena und dem Laufladen Jena seit Jahren den Saalehorizontale-Staffellauf mit Streckenposten und haben nun auch den öffentlichen Landgrafenlauf als Veranstalter wiederbelebt.

                Der Mitgliederbindung und -werbung dienen natürlich auch gesellige Veranstaltungen von Fasching über die Maifeiertage bis zu Weihnachtstreffen und gemeinsamer Silvesterfeier, Weinlesefest und kulinarische Höhepunkte, die erwähnten Kinderfeste sowie Seniorentreffen u.a.m. Unsere Veranstaltungen finden durchschnittlich ein bis zweimal im Monat statt und sind in der Regel öffentlich; daneben gibt es wöchentlich einen internen Sauna-Abend mit anschließendem gemütlichem Ausklang, aus dem auch immer wieder Anregungen für unsere weitere Tätigkeit hervorgehen.

 

Abschließend das aktuelle Spektrum unserer selbstgewählten Aufgaben:

 

1.        Unterhaltung und Betreuung von

·        Wald-Kinderspielplatz mit Reifenschwinger, Eurokarussell, Balkenwippe, Federwippen, Schaukeln und Rutsche

·        Trimm-Dich-Strecke mit 8 neuen Übungsstationen

·         400 m Laufstrecke

·        Kleinsportfeld mit Streetballkorb und Volleyballfeld

·         Lommer-Denkmal mit Infotafel

·        viele Ruhebänke an Aussichtspunkten, Treppenaufgängen, Spielplatz und Sportfeld

2.        Öffnungszeiten des großen Aussichtsturms

·         an allen wettermäßig geeigneten Wochenenden und Feiertagen von 13 bis 18 Uhr

·         Regelmäßige Reinigung des Eingangsbereichs, des Treppenaufgangs, der Aussichtsplattform und der Panoramafenster

3.        Sonstige Geländearbeiten bei regelmäßigen Arbeitseinsätzen

·         Müll-Beseitigung und Beräumung von Laub, Fallholz und Steinen auf Spielplatz, Sportfeld, Trimm-Dich-Strecke, Laufstrecke, im Turm-Umfeld, auf den Stufenaufgängen und Wanderwegen, an Bänken und Aussichtspunkten

·        Freischneiden von Stufenaufgängen, Wanderwegen, Laufstrecke, Sitzplätzen und Aussichtspunkten

·        Kleinere Reparaturen an Bänken

 

 

 

4.        Unterhaltung des Vereinshauses mit Grundstück als Stützpunkt für alle Arbeiten und als Zentrum des Vereinslebens

·         mit Aufenthaltsraum, Umkleideraum, Sanitäranlagen, Material- und Werkzeuglager, Technik- und Vorratsraum, Kleinsauna, vollbiologischer Kläranlage, Werkstatthütte und Gerätecontainer

5.         Regelmäßiges Programm von Veranstaltungen

·        mit kulturellen, sportlichen und Bildungsinhalten sowie zur Förderung der Mitgliederbindung und der Geselligkeit

·        in der Regel monatlich 2 Veranstaltungen, meist öffentlich

6.        Öffentlichkeitsarbeit

·        Beteiligung an geeigneten öffentlichen Veranstaltungen wie Holzmarkt, Engagementbörse, Saalehorizontale-Staffellauf u.a.m.

·        Pflege einer Internetseite mit ausführlichen Informationen

·         Zusammenarbeit mit den anderen Berggesellschaften, mit KSJ, der Forstverwaltung, mit KIJ, ÜAG, Wilhelm-Härdrich-Stiftung, Bürgerstiftung und diversen anderen Einrichtungen und Ämtern.

               

Jochen Ternette

Jena,02. Juni 2018

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