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Berggemeinschaft Landgrafen e.V. Jena
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Geschichte
Impressum © 2007 „ Berggemeinschaft Landgrafen “ e.V. Jena

Feierliche Einweihung des restaurierten Lommer-Denkmals

auf dem Landgrafen am Sa, 24. April 2010

 

Rede des Vorsitzenden der Berggemeinschaft Landgrafen e.V.

Jochen Ternette

 

Eröffnendes Musikstück

 

I.                  Begrüßung

 

Sehr geehrte Anwesende, liebe Gäste unserer kleinen Einweihungsfeier!

Im Namen des Vorstands der Berggemeinschaft Landgrafen begrüße ich Sie alle herzlich zu diesem kleinen Festakt, mit dem wir das nunmehr restaurierte Lommer-Denkmal feierlich der Öffentlichkeit übergeben wollen.

Insbesondere begrüße ich den Thüringer Generalstaatsanwalt, Herrn Reibold, der mit seiner Anwesenheit seinem mit diesem Denkmal geehrten früheren Berufskollegen, dem Oberstaatsanwalt Horst Lommer, die Ehre erweist und gleichzeitig auch unserer Restaurierungsinitiative Anerkennung zollt. Leider nicht anwesend sein kann der von uns ebenfalls eingeladene Präsident des Thüringer Oberlandesgerichts, Herr Kaufmann, aber er hat uns für seine Verhinde-rung schriftlich einen Grund genannt, der auch Herrn Lommer sehr erfreut hätte - Herr Kaufmann nimmt nämlich heute an einem ganztägigen Seminar teil, mit dem er sich auf die Übernahme eines Ehrenamtes vorbereitet.

Gerne begrüßt hätte ich unseren Oberbürgermeister, Herrn Dr. Albrecht Schröter, sowie den Vorsitzenden der Wilhelm-Härdrich-Stiftung, Herrn Finanzdezernent Jauch, aber beide nehmen heute andere Termine wahr, denn es beginnen heute Vormittag noch mehrere andere Veranstaltungen in Jena. Bei uns wird die Stadt heute durch Frau Halm vertreten, die den Bereich Denkmal- und Kulturförderung des Eigenbetriebs JenaKultur leitet - herzlich willkommen!

Lassen Sie mich an dieser Stelle die exemplarische namentliche Begrüßung einiger der von uns eingeladenen Ehrengäste beenden. Ich versichere Ihnen, Sie alle, die Sie unserer persönlichen Einladung oder der in den Medien veröffentlichten Einladung gefolgt sind, sind uns hier herzlich willkommen!

 

II.               Historischer Rückblick auf 1903

 

Nun bitte ich Sie, sich mit mir reichlich einhundert Jahre in die Vergangenheit zurück zu versetzen und zu hören, wie das Jenaer Volksblatt vom 31. März 1903 die Einweihung des Lommersteins am 28. März 1903 schilderte.

Ich zitiere:

"Auf dem L a n d g r a f e n p l a t e a u, dem Grund und Boden des hiesigen Verschönerungsvereins, wurde am Sonnabend Abend ½ 7 Uhr vor einer kleinen Festversammlung von etwa 100 Personen der L o m m e r s t e i n enthüllt. Unter Vorantritt einer Musikkapelle begaben sich die Teilnehmer nach dem in unmittelbarer Nähe des Wirtschaftsweges am Rande des Plateaus befindlichen Denkmal, woselbst der 2. Vorsitzende des Verschönerungsvereins, Herr Justizrat Z e i ß eine Ansprache hielt, in der das unermüdliche Streben und Schaffen des 1. Vorsitzenden Oberstaatsanwalts Lommer als Naturfreund eine entsprechende Würdigung erfuhr. Mannigfach seien die Verdienste des Gefeierten, der neben Erfüllung seiner Berufspflichten seit langen Jahren rastlos bemüht gewesen wäre, im Tale als auch auf den Höhen unserer herrlichen Umgebung Verbesserungen und Neuschöpfungen aller Art herbeizuführen, um so die Anziehungskraft Jenas immer mehr zu steigern. Schon in aller Frühe, wenn andere noch der Ruhe pflegen, pilgere der Naturfreund Lommer hinaus auf die Berge, um seine stille Tätigkeit zu entfalten, deren Früchte sich namentlich am Lommerweg und am Landgrafen zeigen. Der Verschönerungsverein sei unter der umsichtigen Leitung Lommers zu hoher Blüte gelangt, sodaß man sich große Aufgaben zu stellen vermochte, von denen zum Teil erst künftige Geschlechter viele Annehmlichkeiten ernten werden. Im Hinblick auf die vielfachen Ver-dienste seines 1. Vorsitzenden habe der Verschönerungsverein beschlossen, als äußeres Zeichen seiner Dankbarkeit einen Gedenkstein zu errichten. Redner übergab denselben sodann der Öffentlichkeit, empfahl ihn allgemeinem Schutze und schloß mit einem Hoch auf den 1. Vorsitzenden des Verschönerungsvereins zu Jena. Hierauf fiel die Hülle des Lommersteins. Herr L o m m e r ergriff nunmehr das Wort und dankte in bewegten Worten für die ihm zuteil gewordene Ehrung. Er habe bisher immer nur den guten Willen und das ernste Streben ge-zeigt, sich dem Verschönerungsverein nützlich zu erweisen; was dieser erreicht habe, sei der treuen Mitarbeit der Mitglieder und Gönner des Vereins zu danken. Redner schloß mit einem Hoch auf das Weiterblühen des Verschönerungsvereins, worauf die Kapelle „Auf den Bergen die Burgen“ intonierte. Die Teilnehmer begaben sich alsdann nach dem Landgrafengebäude zurück, wo nunmehr bei Konzertmusik die Fidelitas Platz griff. – Das D e n k m a l besteht aus einer Gruppe Natursteine, welche vorwiegend von städtischem Areal am benachbarten Pfaffenstieg stammen; in einem erhöhten mächtigen Steinblock ist das Bronzereliefbild Lommers eingelassen, das einer älteren photographischen Aufnahme nachgebildet ist. Eine hübsche Metallplatte trägt in erhabenen Lettern den Namen: HORST LOMMER. Zu beiden Seiten des Gedenksteins sind in die Steinmassen Sitzgelegenheiten angebracht, von denen aus man einen herrlichen Blick ins Saaletal weit bis zur Leuchtenburg bei Kahla genießt."

 

Verehrte Anwesende, wollen wir gemeinsam diesen feierlichen Akt nachvollziehen - wir hören von den Schülern der Musikschule Jena ein weiteres Musikstück, enthüllen das neu geschaffene Porträt-Medaillon von Horst Lommer, übergeben das Denkmal damit der Öffentlichkeit und - wie es bereits vor hundert Jahren so schön hieß - empfehlen es dem allgemeinen Schutze.

 

Musikstück und Enthüllung

 

III.                  Dank an die Beteiligten des Restaurierungsprojektes

 

Verehrte Anwesende, angesichts dieses schönen Anblicks des restaurierten Lommer-Denkmals möchte ich jetzt allen herzlich danken, die sich an dem Projekt beteiligt haben:

Bereits nach dem Ersten Weltkrieg - so vermeldet Ruth Kallies in ihrem Büchlein "Wer kennt die Plätze, weiß die Namen?" - waren das Porträtmedaillon und der Namenszug verloren gegangen, möglicher Weise wurden sie wie auch viele Kirchenglocken gegen Kriegsende eingeschmolzen. Das Denkmal verfiel immer mehr, und selbst viele Einheimische wussten in den letzten Jahren nicht mehr, was dieser Steinhaufen am Rande unseres Kinderspielplatzes zu bedeuten hat, auch wenn es noch eine historische Postkarte von 1907 gibt, die den "Lommerstein" identifiziert. Auch eine spätere, Ende der 1920-er Jahre am Denkmal angebrachte gusseiserne Gedenktafel mit der Inschrift "Dem Andenken des verdienstvollen Vorsitzenden des Verschönerungs-Vereins zu Jena, Horst Lommer" war wieder verloren gegangen.

Bei Recherchen über den auf unserem Landgrafen jahrzehntelang aktiv gewesenen Vorgänger unserer Berggemeinschaft, eben den "Verschönerungsverein zu Jena", der von 1858 bis 1952 existierte, wurde uns die besondere Bedeutung Horst Lommers in seiner Funktion als 1. Vorsitzender des Verschönerungsvereins, die er von 1886 bis 1905 ausübte, bewusst, und aus dieser seiner Bedeutung insbesondere für die Erschließung und Gestaltung des Landgrafen leiteten wir für unseren Verein die moralische Verpflichtung ab, das Lommer-Denkmal wieder herzustellen und so das Andenken an diese ehrenwerte Persönlichkeit zu bewahren und neu zu beleben.

Bei den Vorarbeiten für die aufschlussreiche Broschüre "Historische Spurensuche im Jenaer Stadtwald" hatte Frau Heide Ludwig im Stadtarchiv das Foto eines Gipsmodells mit dem Reliefporträt Horst Lommers gefunden, das offensichtlich die Vorlage für den Bronzeguss des Porträtmedaillons war. Nach einem Vorort-Termin mit Frau Dr. Zippel von der Unteren Denkmalschutzbehörde und Frau Halm von JenaKultur im Sommer 2008, bei dem wir den traurigen Zustand des Denkmals genauer besichtigten und erste Überlegungen für die notwendigen Restaurierungsmaßnahmen und möglichen Finanzierungswege anstellten, konzipierten wir im Vereinsvorstand das Projekt der Restaurierung. Die Jenaer Malerin und Graphikerin Frau Gerlinde-Böhnisch-Metzmacher übernahm die künstlerische Rekonstruktion des Porträt-Medaillons nach der Fotovorlage und fertigte das Gussmodell an, der Leiter des Technischen Schaudenkmals Heinrichshütte in Wurzbach, Herr Hartmut Schöps, besorgte den Guss und die Oberflächenvergütung, der Jenaer Steinmetzbetrieb Eberhard Kalus führte die eigentlichen Sanierungsarbeiten am Steindenkmal einschließlich der Anbringung des Medaillons sowie der Anfertigung und Einbindung des Namenszugs durch, verschiedene Fachdienste der Überbetrieblichen Ausbildungsgesellschaft Jena gestalteten nach unserer Textvorlage die Informationstafel, fertigten den Aufsteller an und bauten ihn hier auf, überholten die Holzsitze des Denkmals und schnitten die eingangs beschriebene historische Sichtachse für den Blick in Richtung Leuchtenburg wieder frei. Der Vorstand der Wilhelm-Härdrich-Stiftung mit seinem Geschäftsführer Herrn Frank Jauch bewilligte uns 2009 eine Sonderzuwendung für das Projekt der Denkmal-Sanierung, mit der wir reichlich 2/3 der Gesamtkosten finanzieren konnten, und Frau Evelyn Halm, die Leiterin des Bereichs Denkmal- und Kulturförderung des Eigenbetriebs JenaKultur, sicherte aus ihrem Jahreshaushalt 2010 die Finanzierung des restlichen Drittels der Kosten.

Ihnen allen, verehrte Mitwirkende an diesem schönen Projekt, spreche ich im Namen der Berggemeinschaft Landgrafen unseren herzlichen Dank für Ihre bereitwillige Unterstützung unseres Anliegens aus! Mögen der Name und das Werk von Horst Lommer ab heute wieder einen festen Platz im Gedächtnis der Besucher des Landgrafen finden!

 

Musikstück

 

IV.            Horst Lommers Bedeutung für Jena und den Landgrafen

 

Liebe Gäste, für welche konkreten Verdienste wird Horst Lommer mit diesem Denkmal geehrt und welche Bedeutung hat er insbesondere für den Landgrafen?

Horst Lommer wurde am 20. August 1824 in Wichmar geboren und verstarb kurz vor seinem 81. Geburtstag am 15. August 1905 in Jena. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Schleusingen und Meiningen, dem Studium der Rechte in Jena ab 1842, den 3 Staatsprüfungen zwischen 1846 und 1852 und verschiedenen, immer höheren Dienststellungen an Gerichten in Hildburghausen, Saalfeld und Heldburg wurde er schließlich im Jahre 1879 Mitglied und Rat des Gesamtoberappellationsgerichts Jena und am 1. Oktober 1879 zum Oberstaatsanwalt am Gemeinschaftlichen Thüringischen Oberlandesgericht Jena berufen; diese Dienststellung hatte er 25 Jahre lang bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand am 1. Mai 1905 inne.

In der "Umgestaltenden Generalversammlung" des „Verschönerungsvereins zu Jena“ am 15. Februar 1886, die praktisch einer Neukonstituierung des Vereins gleich kam, wurde der Oberstaatsanwalt Horst Lommer zum neuen Vorsitzenden des Vereins gewählt und veranlasste den Verein wieder zu vielfältigen Aktivitäten.

Die Gründung des Verschönerungsvereins zu Jena war in Ziegenhain am 07. Oktober 1858 im Anschluss an die Einweihung des Knebel-Denkmals unterhalb des Fuchsturms erfolgt, die technische Leitung hatte Bauinspektor Carl Botz übernommen. Zu den ersten und sicher bedeutendsten Leistungen des Vereins gehört die Erbauung der Kernberg-Horizontale von Ziegenhain bis zur Diebeskrippe im Mai 1859, der die Anlegung eines Verbindungsweges vom Aussichtspunkt Sophienhöhe mit dem Kernbergfuße folgte, ferner ein Promenadenweg von den "Ratskiefern" in der Richtung nach Lichtenhain und ein Weg zu den "Sieben Buchen", auch der die Schweizerhöhe mit dem Forsthaus verbindende Weg, ein Zickzackweg an der vorderen Tatzend-Seite hinauf zur Hochfläche. Carl Botz hatte ein hervorragendes Talent, Anlagen zu schaffen und schöne Berg- und Promenadenwege in Jenas Umgebung anzulegen und sorgsam zu pflegen, was ihm ein bleibendes Andenken gesichert hat.

Nachdem sich Carl Botz zur Ruhe gesetzt hatte, gab es eine längere Pause im Wirken des Verschönerungsvereins; mit der Wahl von Horst Lommer 1886 zum neuen Vorsitzenden aber lebte die für Jena so bedeutsame Tätigkeit des Vereins wieder auf. Horst Lommer ließ eine Vielzahl von schönen Wegen in Jenas Umgebung anlegen, weiterführen, befestigen und erneuern, darunter auch den nach ihm benannten Lommerweg an der Leutra, den Weg durch die romantische Drachenschlucht bei der Papiermühle nach Cospeda, den Weg zur Schillerhöhe auf der Höhe des Landgrafenbergs mit dem heute nicht mehr erhaltenen achteckigen Pavillon. Er ließ im Laufe der Jahre Hunderte von Ruhebänken an diesen Wegen und an schönen Aussichtspunkten errichten und immer wieder reparieren oder erneuern; im Jahresbericht von 1903 wird z.B. über die Aufstellung einer stattlichen Anzahl von Bänken auf den Wöllnitzer Wiesen, am Steiger, an der Leutra, am Tatzend, Malakoff, Stern, Schaftal und einigen anderen hübschen Punkten berichtet. Horst Lommer bemühte sich intensiv um Anpflanzungen an den Wegen und an markanten Punkten und sorgte sich um die Bewaldung der Berghänge und vieler Teile der damals oft noch kahlen Hochflächen. In den Jahresberichten des Verschönerungsvereins um die Jahrhundertwende wird die Einrichtung eines Pflanzgartens, später die Erweiterung dieser Saatschule, d.h. einer Baumschule erwähnt, deren Reste noch in den 1970-er Jahren auf der Hochfläche der Sonnenberge zu erkennen waren und in der damals ca. 12.000 junge Bäumchen der verschiedensten für unsere Kalkböden geeigneten Arten heranwuchsen; allein im Bericht von 1901 wird die Anpflanzung von 13.000 Stück Bergerlen, Schwarzkiefern, Weymuthskiefern, Fichten, Birken, Ahorn und anderer Arten genannt; im Jahresbericht von 1902 heißt es, dass aus Holstein 2.500 Bergerlen, 100 Roterlen, 800 Birken, 200 Lärchen, 200 Eichen und 1.000 Schwarzkiefern bezogen wurden, aus Uhlstädt u.a. 4.000 Fichten, 1.000 Lärchen und 300 Eichen, aus Kranichfeld 1.000 sehr schöne Tannen sowie 12 große Blutbuchen und 12 große Ulmen; 1903 wird die Anpflanzung von 3.000 Bergerlen, 200 Roterlen, 200 Akazien, dann Birken, Ulmen und Blutbuchen, zumeist aus der Saatschule des Vereins, erwähnt.

Besondere Aufmerksamkeit widmete Horst Lommer in seiner Tätigkeit als Vereinsvorsitzender der Erschließung des Landgrafenberges. Wir verdanken ihm und seinem Verschönerungsverein die Errichtung des Landgrafenhauses, das 1893 erbaut und 1901 durch einen Anbau erweitert wurde und das man nach ihm unter Umdrehung seines Namens scherzhaft als "Lommerhorst" bezeichnete, außerdem die Aufgangswege zum Landgrafen und die weitere systematische wegemäßige Anbindung, u.a. bis hinauf zum Napoleonstein und nach Cospeda, sowie die innere Erschließung und parkartige Bepflanzung des Landgrafen-Plateaus einschließlich der Anlage des Spielplatzareals. In der Außerordentlichen Generalversammlung des Verschönerungsvereins am 12. September 1901 wurde nicht nur der eben erwähnte geplante Erweiterungsbau des Landgrafenhauses vorgestellt, beraten und beschlossen, sondern auch der Plan einer "parkartigen Herstellung" der vom Verein den Schillbach´schen Erben abgekauften Landgrafen-Hochebene mit Wegen, Plätzen, Gehölzen und Staudengruppen. Der Garteninspektor Maurer hatte in Lommers Auftrag den Plan der gesamten Anlage entworfen und vorgestellt und leitete in den Folgejahren dessen Realisierung. Darin enthalten war u.a. ein großer, ca. 3 m breiter und mit schattenspendenden Bäumen bepflanzter Weg um die ganze Anlage herum, innerhalb derselben ein Spielplatz für Erwachsene und Kinder mit den Ausmaßen von 32 x 20 m und einer Umrahmung durch eine kleine Allee, deren doppelte Baumreihe heute noch im Wesentlichen erhalten ist, sowie ein kleinerer Gesellschaftsplatz auf der vorderen Erhöhung des Geländes mit herrlichem Ausblick zum Jenzig und zur Kunitzburg.

 

Mit dieser auszugsweisen Schilderung möchte ich meine Darlegungen zur besonderen Bedeutung Horst Lommers für unseren Landgrafen beenden. Wer sich genauer für die Tätigkeit Horst Lommers und des Verschönerungsvereins zu Jena interessiert, der sei auf unsere Internetseite mit der Adresse www.landgrafenverein-jena.de verwiesen. Dort finden Sie sowohl Ausführungen zur Geschichte des Verschönerungsvereins und weiterführende Literaturhinweise, als auch die Vorstellung unserer Berggemeinschaft Landgrafen mit ihrer Entwicklung und ihren Aktivitäten in Vergangenheit und Gegenwart.

 

Dass nicht nur wir heute guten Grund haben, Horst Lommer zu ehren, liegt auf der Hand:

Anlässlich des 50-jährigen Dienstjubiläums von Horst Lommer am 17. Juli 1896 ernannte ihn die Stadt Jena wegen seiner Verdienste um die Verschönerung der Stadt und ihrer näheren Umgebung zum Ehrenbürger, die Thüringische Gesamtuniversität Jena promovierte ihn für Verdienste um die Rechtspflege und in Anerkennung seiner amtlichen Tätigkeit zum Dr. jur. h.c. und die Regierung beförderte ihn auf Grund seiner beruflichen Verdienste zum Geh. Oberjustizrat. Auf Beschluss des Verschönerungsvereins wurde der „Lommerstein“ als Zeichen der Dankbarkeit des Vereins für die vielfältigen Verdienste seines 1. Vorsitzenden errichtet und am 28. März 1903 eingeweiht.

 

Verehrte Anwesende, ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit und Geduld, mit der Sie meinen Ausführungen gefolgt sind. Wir beenden hiermit die feierliche Wiedereinweihung des restaurierten Lommer-Denkmals und Sie sind alle herzlich eingeladen, jetzt anschließend Gast auf unserem Vereinsgrundstück zu sein, mit einem Glas Sekt, das der Wirt des Landgrafenhauses, Herr Michel, spendiert, auf das heutige Ereignis anzustoßen und sich dann von uns mit Bratwurst und Bier bewirten zu lassen. Wir stehen Ihnen dabei zu weiteren Gesprächen zur Verfügung. Und was Herr Lommer in seiner Dankesrede 1903 bereits zum Ausdruck brachte, gilt heute auch für uns:

Was die Berggemeinschaft Landgrafen in der Zeit ihres Bestehens und ihrer gemeinnützigen Tätigkeit seit 1968 geleistet hat, ist der treuen Mitarbeit ihrer Mitglieder und den vielen Unterstützern des Vereins zu verdanken, seien es Institutionen oder einzelne Personen innerhalb und außerhalb dieser Institutionen. Ihnen allen gilt unser herzlicher Dank!

 

Jena, 24. April 2010

Jochen Ternette

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 Die Info-Tafel
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